Audi-Pilot Scheider siegt von Startplatz 15

Im ersten Regenrennen der DTM seit zwei Jahren fuhr Audi-Pilot Timo Scheider das “Rennen seines Lebens”: Auf dem Adria International Raceway triumphierte der zweifache DTM-Champion aus dem Audi Sport Team Abt Sportsline von Startplatz 15 – das war in der DTM zuletzt 2007 in Mugello dem ehemaligen Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen gelungen. Doch nicht nur über den souveränen ersten Saisonsieg des zweifachen DTM-Champions durfte sich Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich in Adria freuen: Alexandre Prémat (Audi Sport Team Phoenix) überstand einen spektakulären Überschlag in Folge einer Berührung auf der Start-Ziel-Geraden nach ersten Untersuchungen im Krankenhaus offenbar unverletzt.

“Wir können auf die Sicherheit der DTM-Autos, auf die wir bei der Gestaltung des Reglements immer größten Wert gelegt haben, stolz sein”, sagte Dr. Ullrich. “Die Sicherheit hat auch bei der nächsten Generation der DTM-Autos Priorität Nummer eins. Ich hoffe, auch bei den weiteren Untersuchungen bestätigt sich, dass Alex keine Verletzungen davongetragen hat.”
 
Nicht nur die passive Sicherheit des Audi A4 DTM beeindruckte beim wohl spannendsten DTM-Rennen des Jahres, sondern auch die Performance. Auf der extrem rutschigen Strecke hatten die Audi-Piloten gegenüber der Konkurrenz einen klaren Vorteil. Timo Scheider war zeitweise mehr als eine Sekunde pro Runde schneller als die anfangs führenden Mercedes-Piloten Bruno Spengler und Gary Paffett. Schon in der ersten Runde schob er sich vom 15. auf den siebten Platz nach vorne. Weil er auch mit den gebrauchten Regenreifen konstant schnelle Rundenzeiten fahren konnte, absolvierte Scheider seine beiden Pflichtboxenstopps erst kurz vor Rennende und kam mit über sieben Sekunden Vorsprung auf die Strecke zurück. “Von P15 auf P1 zu fahren, ist unglaublich”, jubelte Scheider. “Ich kam in den ersten Runden hervorragend durch. Danach haben die Jungs einen perfekten Job gemacht. Der Schlüssel war heute, dass ich auf gebrauchten Reifen sehr lange extrem schnell fahren konnte. Heute früh habe ich zum Spaß gesagt, dass ich heute das Rennen meines Lebens fahre – doch so kam es wirklich.”
 
Auch Mattias Ekström hätte in Adria ganz oben auf dem Podium stehen können. Der Schwede hatte sich gerade an Jamie Green vorbei auf Platz drei nach vorne gearbeitet und holte schnell auf Bruno Spengler und Gary Paffett auf, als sich ein Splint des Schalthebels löste. Die halbe Minute, die Ekström beim vorgezogenen ersten Boxenstopp verlor, warf ihn ans Ende des Feldes zurück. Trotzdem konnte sich der Schwede noch in die Punkteränge nach vorne kämpfen und kurz vor Rennende den bisherigen Tabellenführer Paul Di Resta überholen.
 
Insgesamt kamen in Adria fünf Audi A4 DTM in die Punkteränge. Markus Winkelhock beendete mit einem starken vierten Platz am Steuer des besten 2008er-Fahrzeugs seine Pechsträhne und holte die ersten Punkte des Jahres für das Audi Sport Team Rosberg. Oliver Jarvis, Martin Tomczyk und Mattias Ekström belegten die Plätze fünf, sechs und acht.
 
“Wir hatten schon bei den letzten Rennen immer wieder starke Mannschaftsleistungen”, erklärte Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. “Heute haben wir es auch endlich geschafft, auf die Siegerstraße zurückzukehren. Wir haben hart dafür gearbeitet. Aber manchmal ist es schwieriger, in die Victory Lane zurückzukehren als darin zu bleiben. Jetzt ist es geschafft – und zwar dank guter Performance, einer guten Strategie und perfektem Teamwork.”
 
Auch Miguel Molina hätte in Adria weitere Punkte holen können. Der beste Neuling der DTM 2010 wurde kurz vor Rennende jedoch von Paul Di Resta am Ende der Start-Ziel-Geraden am linken Hinterrad getroffen. Dabei brach die linke Hinterradaufhängung. Molina war anschließend nur noch Passagier und krachte mit seinem Audi A4 DTM in das Heck von Di Restas Mercedes.
 
Auch Mike Rockenfeller hatte eine Berührung mit dem Schotten: Beim Versuch, am Ende der Startrunde einen Angriff von Oliver Jarvis abzuwehren, traf der Le-Mans-Sieger den Mercedes unglücklich am Heck. Rockenfeller startete nach dem Restart als 17. und belegte an seinem 27. Geburtstag schließlich Rang elf. Katherine Legge beendete das Rennen auf Platz 16.
 

 

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