Vorschau Rallye Deutschland

Mit zwei Weltmeisterschafts-Läufen im Rücken ist das MINI WRC Team nun bereit für seine nächste Aufgabe: In der kommenden Woche stellt es sich den Asphaltprüfungen der ADAC Rallye Deutschland. Es ist in diesem Jahr die erste WRC-Veranstaltung auf diesem Belag – nicht nur für Dani Sordo (ES) und Carlos del Barrio (ES) im MINI John Cooper Works WRC mit der Startnummer 37 und Kris Meeke (GB) und Paul Nagle (IR) im Auto Nummer 52, sondern auch für das restliche Teilnehmerfeld der FIA Weltmeisterschaft.

Die Fahrer haben zahlreiche Testkilometer abgespult, um für das Asphaltdebüt des Teams gerüstet zu sein. Und mit der Teilnahme an der Richard Burns Memorial Rally auf dem Militärflugplatz RAF Marham in Norfolk setzt das Team seine Vorbereitungen auf die Rallye Deutschland an diesem Wochenende noch weiter fort. Bei dieser Veranstaltung geht auch Pierre Campana (FR) in einem Kunden MINI John Cooper Works WRC an den Start, um sich auf seinen Einsatz in Deutschland vorzubereiten. Der 26-Jährige wurde erst kürzlich ins Förderprogramm des französischen Motorsportverbands FFSA aufgenommen. Damit tritt der korsische Pilot in die Fußstapfen seiner berühmten Landsleute im Rallyesport, Sébastien Loeb und Sébastien Ogier. Sie wurden am Anfang ihrer Karriere ebenfalls vom FFSA unterstützt.

David Richards, Teamchef:

„Wir treten mit großen Erwartungen bei der Rallye Deutschland an. Der MINI hat sein Potenzial bei den jüngsten Asphalttests in Deutschland und Italien eindrucksvoll unter Beweis gestellt, und beide Fahrer haben mir bestätigt, dass sie viel Vertrauen in das Setup haben. Vor allem Dani mag diese Rallye sehr. Und ich weiß, dass er und Kris sich dort in der Vergangenheit Duelle um Bestzeiten geliefert haben. Anders als in Finnland, wo unsere höchste Priorität war, mit dem Auto wertvolle Wettbewerbskilometer zu sammeln, haben wir uns für Deutschland vorgenommen, mit beiden Fahrern die wahre Performance des MINI zu demonstrieren.“

Dani Sordo:

„Ich freue mich schon sehr auf diese Rallye. Ich mag die Prüfungen in allen drei Regionen – in den Weinbergen, auf dem Truppenübungsplatz und auf den normalen Straßen. Es gibt viele Spitzkehren, die ganz anders sind als die engen Kurven bei uns in Spanien. Ich erinnere mich immer an den Truppenübungsplatz Baumholder. Dort gibt es einige richtig große Steine, sodass man vorsichtig sein muss, um sich keinen Reifenschaden einzuhandeln. Mir macht vor allem das Fahren in den Weinbergen Spaß, weil diese Straßen eng und schnell sind. Die Fans, die zu Tausenden an die Prüfungen kommen, sind wirklich klasse. Der Rallyesport ist in Deutschland sehr beliebt, und für uns ist es toll, dass MINI in diesem Jahr ‚heimische‘ Unterstützung bekommt.“

Kris Meeke:

„Ich finde diese Rallye fantastisch. Ich habe dort schon drei Mal teilgenommen, und jedes Mal war es seine tolle Erfahrung. Die Prüfungen sind anspruchsvoll, und wegen der verschiedenen Beläge vereint dieser Lauf eigentlich drei Rallyes in sich. Es gibt die Weinberge, Baumholder und das Saarland. Zudem kann das Wetter dort sehr wechselhaft sein, was eine weitere Herausforderung darstellt. Ich erinnere mich besonders gern an das Jahr 2005, als ich mir in der Juniorenwertung mit Dani ein Duell um den Sieg geliefert habe. Nach drei Tagen, bei nur noch zwei ausstehenden Prüfungen, haben uns nur sechs Sekunden getrennt. Unglücklicherweise hatte ich dann einen Reifenschaden, aber es war trotzdem ein toller Zweikampf. Ich mag die Rallye auch deshalb, weil sie bei den Fans so populär ist. Da sie in Mitteleuropa liegt, ist sie für die Zuschauer gut erreichbar. Ich weiß, dass ich dort eine Menge Unterstützung bekommen werde, da viele meiner Freunde von zuhause dorthin fahren.”

Geschichte und Hintergrund:

Diese Rallye gehört seit 2002 zum WRC-Kalender, und seitdem hat dort jedes Jahr Sébastien Loeb (FR) gewonnen, der amtierende Weltmeister. Die Geschichte der Rallye Deutschland reicht jedoch zurück bis in das Jahr 1982. Damals war sie noch in Frankfurt am Main angesiedelt, und seitdem ist sie mehrere Male umgezogen. Seit dem Jahr 2000 hat sie ihre Heimat in Deutschlands ältester Stadt Trier im Weinbaugebiet an der Mosel. Es ist die erste Asphaltrallye der Saison 2011, aber die Prüfungen führen über drei sehr verschiedene Arten dieses Belags – in den Weinbergen (Tag 1), auf den öffentlichen Straßen im Saarland und auf dem Truppenübungsplatz Baumholder, wo am Rand der Piste große Felsblöcke lauern, die als „Hinkelsteine“ berühmt-berüchtigt sind (Tag 2). Am dritten Tag kehren die Crews wieder in die Weinberge zurück, bevor die Rallye am Sonntagnachmittag mit der Power Stage „Circus Maximus“ in der Stadtmitte von Trier ihren Abschluss findet.

Eröffnet wird die Veranstaltung mit dem Showstart am Donnerstag, 18. August, um 20.00 Uhr an der Porta Nigra in Trier. Der eigentliche Wettbewerb beginnt aber erst am nächsten Morgen. Das erste Auto verlässt den Servicepark um 09.30 Uhr, und die erste der sechs Prüfungen dieses Tages wird um 10.13 Uhr gestartet. Insgesamt stehen auf der ersten Etappe 133,14 Wertungskilometer an, und das erste Auto kehrt um 18.18 Uhr in den Servicepark zurück. Tag zwei beginnt im 07.00 Uhr in Trier, und nach acht Wertungsprüfungen und 150,14 Wertungskilometern erfolgt die Rückkehr zum Service um 20.17 Uhr. Am dritten und letzten Tag beginnt die Action um 07.00 Uhr morgens. Bevor die Autos um 14.19 in den Servicepark zurückkehren, müssen noch einmal fünf Prüfungen und 76,31 Kilometer auf Zeit absolviert werden. Die Siegerehrung ist für 16.45 Uhr angesetzt. Im vergangenen Jahr war die Rallye von den Wertungskilometern her die längste im WRC-Kalender. In diesem Jahr werden 359,59 Kilometer auf Zeit gefahren, die Gesamtdistanz der Route beträgt 1.245,96 Kilometer.

 

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